Sohar (am Weg nach Dubai)

16.12.2017

12.12. bis 16.12.2017

Entlang am Omanischen Golf geht es in Richtung Vereinigte Arabische Emirate (VEA). Die flache Küstenlandschaft ist hier nicht sonderlich beeindruckend. Ca. 100km vor der Grenze erreiche ich SOHAR, die zweitgrößte Stadt im Oman. Hier plane ich einige Tage zu verbringen um die letzten Vorbereitungen am Fahrzeug durchzuführen. Sohar ist ein idealer Platz mit guter Infrastruktur. Es gibt alles was das Mechaniker Herz begehrt. Doch zuerst ist Markensammeln angesagt. Es fehlt noch die omanische Briefmarke. Doch ein Post Office ist schwer zu finden. Als ich einen Omani frage, schiebt er mich selbstverständlich in sein Auto und kurvt mit mir durch die halbe Stadt bis wir ein Post Office finden. Ich habe nichts bei mir als meine 10 Briefkuverts und Geld. Wenn der Omani mich aussetzt, finde ich nie wieder zurück zu meinem Fahrzeug. Ich kann nur hoffen er bringt mich wieder zurück. Im Postamt versuche ich klarzumachen, dass ich 10 Briefmarken, je eine für jeden meiner 10 Kuverts benötige. Aufkleben dann abstempeln und nicht verschicken - Nein Ich nehme die wieder mit erklär ich dem Postbeamten. Erst als ich dem Postler lang und breit erkläre, dass ich von jedem Land, dass ich bereise, eine Marke auf das Kuvert klebe, bekomme ich Zustimmung. Die Markensuche dauert ewig. Die teuersten Briefmarken müssen aus dem Tresor geholt werden. Das Stück kostet ein Vermögen 3 OMR das sind ca. 7Euro. Na klar, deshalb der Tresor. Eine Stunde hat das Schauspiel gedauert, aber dann zieren 10 omanische Marken meine 10 Kuverts mit omanischem Poststempel. Und der omanische Helfer, der steht, seit einer Stunde, Gott sei Dank noch immer vor der Tür und bringt mich zurück zu meinem Truck.

Nächste omanische Bürokratie erlebe ich im Gasflaschendepot. Ich muss meine Gasflaschen füllen. In Afrika war das niemals ein Problem. Doch hier im Oman, man kann es kaum glauben, dürfen nur omanische Gasflaschen befüllt werden. Ein Ägypter ist der Vorarbeiter und meint, nein meine Gasflasche darf nicht gefüllt werden. Das ist Gesetz und "strictly forbidden by the police". Ah - Ägypten sage ich, da bin ich schon 5 mal gewesen. Dort und da und ich merke wie ich Sympathie erwecke. Nach 5 Minuten meint er, na gut, er wird mal ein Auge zudrücken und Gesetze, Gesetze sein lassen - füllt meine Gasflasche und das Abendessen ist gesichert😊

Am nächsten Tag suche ich eine Werkstätte, die mich beim Einbau der WEBASTO Dieselheizung unterstützen kann. Und wieder habe ich Glück. Im Industrie Gebiet Sohars reiht sich eine Werkstätte an die andere. Man darf sich das aber nicht wie bei uns vorstellen. Teilweise Freifeld- oder max. mit Blech abgedeckte Schmierplätze. Da treffe ich einen Afrikaner aus Tansania. Und wieder kommt mir mein weitgereist sein zu Gute. Ja Tansania ist ein tolles Land da war ich schon viele male, erzähl ich ihm. Und auch so kommen wir uns schnell näher und ich könne in seiner Werkstätte alle Einrichtungen nützen die ich für den Einbau der Standheizung benötige. Zu Mittag werde ich zu afrikanischem Essen eingeladen - Tschapati mit Reis. Abends ist das Werk vollbracht und eine original WEBASTO Diesel Standheizung wird zukünftig für wohlige Wärme im Fahrzeug sorgen. Werde ich sicher im Himalaya Gebiet zu schätzen wissen. Der Dritte Tag ist ausgefüllt mit Ölwechsel, Abschmieren, Risse im Fahrerhaus schweißen und eine Lautstarke Hupe wird eingebaut. Dabei lerne ich wieder einen netten Omani kennen, der mich Abends zum Essen lädt und wir über Gott, Allah und die Welt diskutieren. Er ist Sanddünen Racer und mit Fahrzeugen über 1000PS fahren sie im Wettstreit auf die höchsten und steilsten Sanddünen.

Jetzt bin ich beinahe 3 Wochen unterwegs, habe viele nette Leute kennengelernt, habe mein Fahrzeug zur Genüge von unten gesehen mein Kreuz tut weh und fühle mich so richtig eingetaucht in fremder Kultur. Doch die Zeit war anstrengend. Ich kenne das von früheren Reisen. Die Anfangs- und Vorbereitungsphase ist immer sehr aufreibend. Um noch etwas Kraft zu tanken quartiere ich mich im SOHAR Beach Hotel für 2 Nächte ein, um mal richtig ausspannen zu können. Ein Mittelklassehotel am Strand gelegen mit wunderschönem Pool und Bier gibt es ebenfalls an der Poolbar. Herz was willst du mehr. Touristen wie mich gibt es hier eher nicht. Dafür sind die Araber Gäste. Abends sitze ich an der Poolbar, genieße ich ein kühles Bier, inmitten von Omanis. Alle in ihrer traditionellen Tracht mit Turban gekleidet - nur ich ohne. Und was machen die ? Die trinken natürlich auch Bier! Wenn das Allah sehen würde😊